
15.10.2026 Los geht’s !
Durch den Gotthard kamen wir aus dem Norden problemlos, währenddem sich der Verkehr aus dem Süden kilometerlang staute mit vor allem Lastwagen, Wohnmobilen und Wohnwagen. Die Herbst-Schulferien sind wohl vielerorts vorüber..

Ich stand zum zweiten Mal auf dem Camping Campofelice in Tenero. Er bietet 700 Stellplätze und ist doch richtig gemütlich, und das ist nun wirklich nicht selbstverständlich. Ich wählte ihn als Ziel, weil ich nicht gleich zu Beginn allzu weit fahren wollte, und weil er nicht nur sehr schön direkt am Lago Maggiore liegt, sondern auch ein nettes Restaurant und eine Bar anzubieten hat.

Ausserdem bezaubernde Stimmungen beim Spaziergang dem Lago Maggiore entlang

Ich weiss nicht, wie das Dorf dort drüben heisst, aber hübsch in die Hügel eingebettet liegt es auf jeden Fall.


Auch abends wurde etwas geboten,..

..und nachts sowieso.. Das waren zwei wirklich erfreuliche Tage hier !

Das sind übrigens dieselben zwei Rettungsboote wie weiter oben im Abendrot

Ach ja: Hier in Tenero mündet der Ticino in den Lago Maggiore, nachdem er von seiner Quelle beim Nufenenpass durch das Bedrettotal, die Leventina und die Magadinoebene geflossen ist.
Den See verlässt der Ticino im Süden wieder in Italiens Sesto Calende, um schliesslich bei Pavia in den Po zu münden nach insgesamt 248 Kilometern. So ist das ! Nun weiss ich es wieder für eine Weile.. 😊


Ich folgte dem Fluss und fand mich in Galliate im Piemont wieder auf dem Stellplatz ‘Il Ticino’ mit 18 Plätzen im Angebot. Er sollte an Ostern eröffnet werden, hat es aber erst vor einem Monat geschafft wegen Baubewilligungs-Verzögerungen (kein Einzelfall in Italien, wie ich gehört habe..).

Das erklärt auch die (noch) sehr bescheidene Belegung.
Dass Paola und ihr Mann selber Wohnmobil-Camper sind, merkt man daran, dass hier alles stimmt: die Entsorgung ist sehr zugänglich angelegt, das Bad sehr sauber, die Plätze eben und die Stromzufuhr zuverlässig. Ich wünsche ihnen viel Glück bei ihrem neuen Unternehmen – sie haben es sich verdient !

Da das Wetter kalt und regnerisch war, habe ich bei meinen kurzen Spaziergängen nicht viel mehr gesehen als den Ticino, der hier gleich nebenan vorbeifliesst.


Nicht vorbehaltlos glücklich war ich mit dem Stellplatz in Parma in der Region Emilia Romagna: ich hatte den ausschliesslich lobenden Rezensionen geglaubt und einen der 12 Plätze im Agriturismo Argaland reserviert – für gleich zwei Nächte, da er ja so toll ist und deshalb immer voll. Die Bilder sahen auch alle sehr einladend aus.

Was ‘sie’ aber nicht sagen, ist, dass wir zwar jederzeit im lauschigen Garten wandeln dürfen, aber hier ausserhalb der Mauern und links vom normalerweise geschlossenen Tor wohnen.

35 Euro die Nacht sind ziemlich üppig für einen italienischen Kiesparkplatz mit Stromanschluss.

Im grossen Saal gab es immerhin ein richtig nettes Frühstücksbuffet für 10 Euro (hier fotografiert von der Galerie aus, die zwei Sofas und zehn Bücher zur Auswahl hat und deshalb ‘Biblioteca’ heisst).
Am zweiten Tag war heftiger Regen vorausgesagt, und ich habe Parma City ausgelassen und mich wenig bewegt.
Ich möchte ja nicht prahlen, aber ich bin schon richtig gut in dieser Disziplin !
Das alte Berner Paar, das am Mittag angekommen war und gleich in T-Shirts und Shorts loszog, kam beim Eindunkeln frierend und tropfend auf den Platz zurück. Ha ! Meine faule Ausrede fürs Nichtstun war doch tatsächlich eingetroffen !

Corinaldo / Region Marche. Eine weite, landwirtschaftlich geprägte Gegend. So schön.

Der AgriCamping Terre del Piano ist versteckt und wirklich charmant (rechts am Bildrand)


Der junge Eigentümer Simone ist Olivenbauer, Pizzaiolo, Putzequippe und Rezeptionist in einem und unermüdlich bei der Arbeit. Ach ja: und seine Pizza ‘Mammamia’ gestern Abend war riesig und delizioso !



Das Dorf Corinaldo (links ein online pic) mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert gilt als eines der schönsten Dörfer Italiens, Borghi più belli d’Italia)

Die steile Treppe La Piaggia mit über hundert Stufen führt am ‘Polenta-Brunnen’ Pozzo della Polenta vorbei.
Einem Bauern fiel hier beim kurzen Ausruhen sein Sack Maismehl in den Brunnen, und er stieg ihm hinterher und tauchte nicht wieder auf. Darauf spotteten die Hausfrauen im Ort, dass er wohl dort unten am Polenta-Kochen sei. Wie man sieht, ist es nicht immer einfach, eine Legende zu erfinden – der Brunnenname an sich ist immerhin originell..

Wirklich originell ist hingegen die Geschichte des Casa di Scuretto:
Der Schuhmacher Scuretto zog es vor, das Geld, das ihm sein Sohn aus Übersee schickte, in Wein statt in ein neues Haus zu investieren (um es nett zu formulieren).
Als der Sohn nach einem Foto zum Hausbau-Stand fragte, liess Scuretto in aller Eile eine Fassade errichten, sich selber stolz davor fotografieren – und danach gab er den Rest des Geldes wieder für Wein aus – womit sein ‘Haus’ eine Fassade blieb..

24.10.2026. Was für eine Aussicht ! Ist das schön hier !
Ich stehe direkt über dem Meer in Petacciato (Region Molise) auf der Camping Area Villaggio la Torre.

Was für ein feiner Ort ! Der Campingplatz erstreckt sich bis weit nach hinten, aber das Restaurant – und ich – sind hier vorne..

Der Chef wollte mich ganz vorne an die Kante stellen, aber ich habe den hinteren Platz neben dem Haus bevorzugt im heftigen Wind.

Dass die etwas geschützte Ecke eine gute Wahl war, bekam ich bald zu spüren, als der immer stürmischere Wind an meinem Häuschen rüttelte – und ein kurzer Hagelsturm in einen stundenlang prasselnden Regen überging.


Sonntag, 25.10.2026. Strahlendes Herbstwetter nach dem gestrigen Sturm.

Diese bröckelnde Ruine da oben ist der ‘Turm’ im Namen Villaggio la Torre..

Den Tauben, die den spriessenden Steinhaufen bewohnen, ist es offensichtlich wohl dort. 😊

Nach dem Sturm kam wieder der Wind, und mit ihm die Kite-Surfer. Ein unterhaltsames Schauspiel.


Henning und Ina haben sich frühpensionieren lassen und leben seit einem Jahr in diesem 25jährigen Ami-Schlitten.
Luxus mit Waschmaschine, richtigem Ofen und jeder Menge Stauraum, auch für einen Roller. Feine Sache, nur fahren möchte ich das Ding nicht müssen..

Katharina und Günther sind mit einem Morelo Palace unterwegs. Luxus pur, aber auch 3.60m hoch ! Iiiiks.
Mit den beiden Paaren hatte ich es richtig lustig hier, und gestern haben wir sehr gut gespiesen im Restaurant auf dem Platz.

Montag, 26.10.2026. am Morgen sah es sehr nach Regen aus; wir blieben aber verschont und haben einen langen Spaziergang gemacht am Strand (welcher ab Campingplatz-Ende ziemlich vermüllt war; Saisonende halt…).
Morgen rutsche ich ein Stück weiter südwärts. Es wird also höchste Zeit für mich, einen offenen Platz zu suchen..

Gute Nacht euch allen !
Bleibt gesund und fröhlich ! 😊
