
Nach einem letzten Rosado im El Chozo …

…und einem letzten Tarifa-Sonnenuntergang sind Annamaria und ich die 200km nach Utrera zur Finca Angela gefahren, wo ich einst im Januar 2022 ein paar Wochen lang darauf gewartet hatte, dass die Kanareninsel La Palma wieder erreichbar würde nach dem Vulkanausbruch dort.

26.3.2026 Ich wollte vor allem an einem entspannten Ort sein, wenn überall die Osterferien beginnen – und ich war neugierig zu sehen, wie sich die Finca entwickelt hat.
Damals war noch alles ziemlich provisorisch, und wir Camper standen irgendwo auf der offenen Wiese, möglichst in der Nähe einer der Elektrosäulen mit darüber gestülpten Plastikeimern als Regenschutz.

Inzwischen ist das grosse Esszimmer im einstigen Ziegenstall einladend und gemütlich geworden.
(Im Bild kämpfen wir Abendessen-Gäste gerade alle mit einer von James fernöstlichen Kreationen….
Alle fünf Gänge schmeckten hinreissend, bloss deren Ess-Weise war nicht immer ganz einfach, wie man sieht ! 😊)

Die holländischen Platzbesitzer Angela und James mussten leider feststellen, dass viele Camper eine sehr aufwändige Betreuung erwarten, da sie zu zweit immerhin beinahe 20 Euro bezahlen pro Nacht… (Sicherheit, saubere WCs und Duschen sowie Elektrizität inbegriffen, versteht sich). Zusätzlich wollten sie nicht nur täglich bekocht werden, sondern auch gratis zum Bahnhof – oder lieber gleich nach Sevilla – gefahren werden..

Die Beiden hier haben deshalb vor beinahe einem Jahr die Camping-Stellplätze geschlossen und bieten sie erst wieder an, wenn sie sich vom Schrecken erholt – und die ursprünglich acht Plätze auf vier reduziert – haben.
Ich höre immer wieder solche Geschichten über Neubetreiber von Campingplätzen. Über Leute, die sich mit Enthusiasmus und grossen Idealen ins Abenteuer gestürzt haben in der Annahme, dass die Gäste dankbar wären für das Angebot – und bald eines Besseren belehrt wurden.

Das ist sie, die Finca Angela hinter dem Roggenfeld.

Die Finca nochmals von näher geshen (dem Sitz-Rasenmäher ist vorhin das Benzin ausgegangen – das wird dann wohl nichts mit dem Oster-Schnitt..).
Öffentlich angeboten (und momentan bewohnt) werden nur die drei Bungalows auf dem Platz, und Stammgäste dürfen hier ihr Wohnmobil übersömmern bis zum Wiederkommen im Herbst. Ach ja, und nur einstige Gäste, die sich als unkompliziert erwiesen haben, dürfen noch campieren. Uffa ! Glück gehabt ! 😊

Es war schön, dass Annamaria ebenfalls hier war und ich vorübergehend Gesellschaft hatte auf dem sonst leeren Platz.




Wir haben unsere gemeinsamen Tage hier bei bestem Wetter verbracht. Wir sind durch Utreras Altstadt spaziert und in einer Tapas-Bar eingekehrt, und wir haben die Sonnenuntergänge bei einem Apéro oder Nachtessen im Windschatten vor meinem Auto genossen.

Sind diese Minis in der Tapas Bar Besana nicht hübsch ?!
In der Mitte Thon auf Brioche, rechts zwei kleine Hackfleischkügeli mit Trüffelsauce auf Kartoffelstock. Klassische Tapas sind oft etwas einfacher gebaut, aber diese hier waren ebenfalls köstlich !

Utrera hat gut 50’000 Einwohner und ist berühmt für seine Flamenco-Sänger – zumindest in eingeweihten Kreisen.. Diese Statue mitten in der Altstadt ist einem der Grossen ihrer Art gewidmet: Enrique Montoya.

Während der ‘Semana Santa’ zwischen Palmsonntag und Ostern hängen überall rote Tücher von den Balkonen, und vor allem andalusische Städte verwandeln sich in ‘Heilige Theater’ mit täglichen Prozessionen und historischen Aufführungen.
Und mit Tausenden von Besuchern ! Vielleicht fahre ich ja doch einmal diskret mit dem Velo hin und sehe mir an, was da so läuft..

Die Bühnen und Laufstege sind bereit für die grossen Osterwoche-Inszenierungen !

Nach ein paar Tagen auf der Finca musste Annamaria nun wirklich weiter, denn sie hat nach Ostern einige Termine in Amsterdam, nicht zuletzt mit dem holländischen Strassenverkehrsamt bzw mit dem TÜV. Schön war’s – gute Reise ! (Ihr Wohnwagen bleibt hier, bis sie im Herbst einmal mehr Tarifa ansteuert).

Bei diesem Haus hat das Geld zum Glück gerade noch gereicht für die blitzblanke Fernsehantenne.. 😊

Die beiden Finca-Hunde Peca und Rebel besuchen mich täglich mehrmals und hoffnungsfroh, nachdem ich ihnen einen ersten Leckerli-Stengel spendiert hatte.. 😊

Nach Annamarias Abreise habe ich die günstige Gelegenheit ergriffen und mein Lager entstaubt.

Danach gab’s ein phänomenales Tapas-Mittagessen im ‘Restaurante Zezeo Neotaberna’.
Die unterhaltsame Schlemmerei begann um 14 Uhr und endete um 18 Uhr..
Wir haben mindestens 15 Tapas geteilt (darunter saftige Spare Ribs und ein Entrecôte mit Mini-Grillplatte zum Nachgaren der saignant servierten Stücke), und jeder Gang war köstlicher als der Vorherige ! Genial !
Rechts sitzen unsere Gastgeber Angela und James, links die Neuankömmlinge Dave (James’ Neffe) mit Freundin Melanie.

Es wird Zeit, meine nächste Route zu planen und vorsichtig anzufragen, ob entlang der Strecke ein Camping ein Plätzchen frei hat für mich… Aber erst geniesse ich gerne noch die Ostertage in dieser friedlichen Ecke.

Ich wünsche euch frohe Ostertage und
sonnig-wonniges Frühlingswetter !
