Marokko und ich – das will noch nich’… 😊

Am Ende meiner Stellplatzstrasse – und bereits auf dem Gelände des Hurricane Hotels nebenan, treffen allabendlich die Kuhreiher ein und veranstalten ein herrliches Spektakel, ehe es ruhig wird auf ihren Schlafbäumen.

An der Bar von El Chozo trifft man sich.
Das sind Henny und Jan. Sie fahren morgen zurück nach Deutschland, da sie noch ein paar Jahre arbeiten müssen, die Armen.
Jan trinkt gerade einen Café Tarifa,
den die Beiden hier eingeführt – und auch benannt – haben. Er besteht aus einer Portion Licor 43, wird getoppt mit einem Kaffee und sieht im unteren Drittel (bis zum Umrühren) aus wie ein goldener Sonnenuntergang. Vor allem aber: er schmeckt himmlisch und erfüllt einen auf der Stelle mit Wärme und Glück…. Und was will man schliesslich mehr, nicht ?

Für alle, die es genau wissen wollen: Jans Sweatshirt-Spruch besagt:
Lebe, liebe, lache. Und wenn das nicht klappt: Lade, ziele schiesse ! 😊

An Silvester hat Uwe wieder eingeladen zum grossen, lustigen Cava-Trinken bei seinem Wohnmobil, ehe wir zum Fischessen ins ‘El Chozo’ hinunter dislozierten, wo unser Lieblingskellner Antonio uns vorzüglich unterhielt…

Uwe wird am 15. Januar mit einer Wohnmobil-Reisegruppe zu einer Marokko-Tour aufbrechen.
Er verfolgt die Wetterbedingungen deshalb sehr aufmerksam und hat erfahren, dass etliche seiner vorgebuchten Campingplätze momentan unter Wasser stehen. Er wird wohl mit seinen Schützlingen erst einmal am Hafen von Tanger stehen bleiben müssen – und auf Wetterbesserung hoffen für die weiteren Ziele.

Auch Marokko wurde nämlich im Norden vom Jahrhundertregen eingeholt . Sogar die Wüste liegt dort teilweise unter Wasser.

Viele Strassen sind gesperrt, und in den Orten sieht es ebenfalls nicht sehr einladend aus.

Ich habe jedenfalls meine Abreise aus Tarifa einmal mehr verschoben, weil der Regen hier angenehmer zu ertragen ist als dort drüben, wo die Plätze deutlich bescheidener eingerichtet sind.

Stattdessen habe ich die Brautschleier auf den brechenden Wellen vor meinem Auto bewundert..

.. ‘meine’ Spatzen vor dem Auto gefüttert oder meinem welschen Surfer-Nachbarn beim Packen seiner Siebensachen zugeschaut.

Oder ich habe die Neuankömmlinge im Wäldchen oben besichtigt (bzw ihre Reisemobile). Das Paar hier ist eben aus Senegal eingetroffen und auf der Heimreise nach Deutschland.  

Ja, das ist ein schönes Fahrzeug mit viel Bodenfreiheit. Dafür ist man ständig irgendwo am Hochklettern – beim Heimkommen ebenso wie beim Schlafengehen. Nein, ich bleibe meinem Dügg treu, auch wenn sich sein Bauch gefährlich nahe am Boden befindet..

Am 3. Januar haben Bruno und ich das Dorf Tahivilla in der Nähe besucht: dort gibt es knapp 400 Einwohner – und jeweils bis zum 6. Januar diese blitzende, glitzernde, Beleuchtung in ständiger Bewegung und in allen Farben ! Unglaublich ! Und herrlich anders !😊

Am 5. Januar haben wir das weisse Dorf Vejer de la Frontera besucht.
Auf seinem höchsten Punkt steht eine maurische Burg, und das ganze Dorf ist von einer Stadtmauer umgeben. Wunderschön !    

Von hier oben erkennt man das Ausmass des übermässigen Regens der letzten Wochen gut. Ganze Landstriche sind unter Wasser. In dieser Gegend freut man sich normalerweise über den winterlichen Regen, aber so viel wie dieses Jahr gab es selten zuvor.

5.1.2026 Morgen ist Dreikönigstag, und in Spanien bringen ja die Heiligen Drei Könige die Weihnachtsgeschenke.

Wir wollten Vejer eben verlassen, als die Leute in Scharen herbeiströmten – und schon veranstalteten ein paar Figurenwagen und eine Marschmusik eine kleine Parade.

Von den Wagen wurden in kürzester Zeit kistenweise Bonbons und Gelées in die Menge geworfen – und vom Publikum begeistert aufgesammelt.

Die Musik dieser Band erinnerte mit durchdringendem Getrommel und schrägen Blaseinlagen stark an unsere Guggenmusiken. Was für ein Fest !

Letzten Donnerstag waren Bruno und ich schick essen im Hurricane Hotel nebenan:
Wiener Schnitzel und Gratin Dauphinois ! 😊
Die Wiener Schnitzel hiessen zwar nicht so auf der Menükarte, waren aber genau das ! Und es war das zarteste Fleisch, das ich bisher in Spanien gegessen habe. Hurra !

Am 9. Januar hat es so gestürmt und geregnet, dass ich zum ersten Mal überhaupt mein Auto den ganzen Tag nicht ein einziges Mal verlassen habe – nicht einmal zum sonst pünktlich eingehaltenen Apéro im El Chozo !

Nur einen Tag später herrschte wieder Traumwetter ! Ich habe mein Fahrrad gefasst und bin die 15 Kilometer nach Bolonia gefahren.

Die ersten 4 Kilometer führen der Hauptstrasse entlang. Einige hier haben genüsslich erzählt, dass dies eine der gefährlichsten Strassen in Andalusien sei, gemessen an deren Unfallzahlen. Na, bravo !

Nach der Hauptstrasse wurde es richtig schön ! Die Spaziergänger- und Veloroute führt durch einen Pinien- und Palmenwald mit Durchblicken. Am Samstag waren auch viele Spanier unterwegs; mein „Hola !“ ist deshalb schon beinahe akzentfrei.. 😊

Dort hinten wandert die Duna di Bolonia, die Wanderkollegin der Duna de Valdevaqueros. Auch sie hat sich einen Hang erobert.

‚A meadow with a view‘, sozusagen.. 😊

Dieser kleine Lebensmittelladen erinnert einmal mehr an den Wilden Westen
(minus Fahrzeuge und Abfalltonnen, versteht sich).. Süss !

Man sagt, der Strand von Bolonia sei einer der schönsten Andalusiens.  

Ich ? Nun ja: ich geniesse das Leben hier weiter, gehe am Strand spazieren und bewundere dort die Drachenrücken-Felsenzacken, finde mich ein zum Sundowner-Apéro in der lustigen Runde – und behalte im Auge, was wettermässig ‘dort drüben’ passiert.

Falls ich es doch noch nach Marokko schaffe: Wie schön ! Falls nicht: gerne ein anderes Mal..  😊

Euch wünsche ich möglichst viel Schönes und einen gemütlichen Sonntag Abend ! 😊