
Die Fahrt nach Musselburgh war nachgerade beglückend ! Nicht nur war wenig Verkehr auf dieser Strasse, die Gegend war auch einfach richtig schön !

Ich habe Hügel gesehen in allen Grünschattierungen – und darauf Tausende von Schafen (zusammengezählt, versteht sich 😊)

..und hin und wieder ein ‘gemischter Satz’ aus Schafen und dunklen Kühen..

..oder eine einsame Strecke mit gelben Ginster-Punkten.

Drummohr Camping in Musselburgh bei Edinburgh ist nicht etwa beinahe leer, sondern einfach nur raffiniert angelegt.

Ein grosser Kinderspielplatz bildet das Zentrum – und darum herum gruppieren sich mit hohen Hecken umrahmte – in sich abgeschlossene Felder. Ich hatte das Glück, neben einer grossen, leeren Zeltwiese zu stehen (Stern).

10. Juni 2026. Heute ist tolles Wetter – auf nach Edinburgh City !

Meinen ersten (eigenartigen) Blick auf Edinburgh hatte ich gestern vom Strand aus

Vom oberen Stock im Doppeldecker-Bus sieht man sie besser, die leuchtenden Türme in Edinburghs Hafen Leith.
Dort wird trotz meiner ersten Vermutung nicht nach Öl gebohrt. Diese Türme sollen dereinst Offshore Windturbinen tragen und werden in den nächsten Monaten abtransportiert und nördlich von Dundee in der Nordsee montiert.

Edinburgh City




Ich bin – mit vielen, vielen anderen Touristen – durch Edinburghs Altstadt geschlendert. Durch The Royal Mile hin und durch die Princes Street zurück.


Nicht von ungefähr ist hier ganz vieles ziemlich kariert…

Ich habe mir auch die Burg angesehen…

..und einem Zauberkünstler belustigt zugeschaut bei seiner originellen Einmann-Show.



Dass The Royal Mile auch die Touristen-Meile ist, erkennt man daran, dass in jedem zweiten Restaurant Haggis angeboten wird, und dass überall Tourguides oder Dudelsackspieler im Schottenrock herumlaufen.

Achtung ! Monstermöwen in dieser Gegend !


Restaurant The Albanach. Eileen (Bild) ist vor anderthalb Jahren für ihre Arbeit aus London hierher gezogen und versteht inzwischen sogar Schotten aus dem Hinterland ! Sie sass am einzigen Tisch mit freiem Stuhl auf der Terrasse, und wir haben uns bestens unterhalten bei ihrem Spezialbier und meinem Glas Wein (Pinot Grigio – zum Glück gab’s nichts Lokales.. 😊).

Apropos lokales: Auch das Albanach – wie viele Restaurants an der Royal Mile – hat Haggis im Angebot, dieses unsägliche Nationalgericht Schottlands, für welches Herz, Leber und Lunge von Schafen klein geschnitten und mit Hafermehl, Zwiebeln und Gewürzen vermischt in einem Schafmagen gekocht werden ! Dazu wird traditionellerweise Kartoffelstock und ein Brei aus gelben Rüben serviert.
Vielleicht wäre das Ganze nicht einmal so schlecht, wenn man nicht wüsste, was es ist. Aber eben.. (Ok, bei uns gibt’s Blutwürste, aber was bin ich froh, dass unsere Nationalgerichte eher aus harmlosen Käsefondues oder einer Kartoffelrösti mit Rahmgeschnetzeltem bestehen.. 😊)

Sobald man die Hauptstrassen der Altstadt verlässt, geht es bedeutend ruhiger zu.

Das Scott Memorial steht hier zu Ehren des im 18. Jahrhundert in Edinburgh geborenen Dichters Walter Scott.
Wir kennen bestimmt alle sein Werk…. Äh, nein, mir fällt kein einziges ein, das ich kennen könnte. Aber das Denkmal ist hübsch, nicht wahr ? Als Tourist MUSS man es sich scheints ansehen. In Ordnung, erledigt 😊


Ich weiss zwar nicht, wie es für Schottland läuft, aber ihr Maskottchen ist süss !

Am 12. Juni habe ich diese Brücke überquert auf dem weiteren Weg nach Norden. Die Brücke Queensferry Crossing über den Firth of Forth wurde erst 2017 fertiggestellt. Ein schönes Bauwerk !
Ach ja: Ein Firth ist ein Fjord, und Forth heisst der Fluss, der in diesen Fjord mündet und danach in die Nordsee fliesst.

Queensferry hat nun gleich drei Brücken aus drei verschiedenen Jahrhunderten zu bieten
(online pic):
– die rote Eisenbahnbrücke Forth Bridge mit Baujahr 1890
– die Strassen-Hängebrücke Forth Road Bridge aus dem Jahr 1964 ist inzwischen Fussgängern, Radfahrern und Bussen vorbehalten.
– und schliesslich die längste Hängebrücke Englands, Queensferry Crossing, von 2017.


Freitag, 12. Juni 2026. Und bald nach der dramatischen Brücke kam ich in Monifieth an. Hier stehe ich direkt oberhalb vom Strand auf dem Riverview Caravan Park – mit diesen Aussichten ! Hier ist es wild, rauh, windig und ziemlich kalt.. Und so richtig schön !
Vorher war ich bei bestem Wetter einkaufen und habe auf dem Rückweg am Lemongrass-Bus vor dem Camp einen Halt eingelegt.

Rachel herrscht über den Lemongrass Take Away Bus. Sie kämpfte mit der Friteuse, dem Generator, durchgebrannten Sicherungen und dem Wind, der ihr die Menutafeln vom Wagen riss – und lächelte dabei. Ein wahrer Profi ! Und ihr Chicken Curry war erst noch hervorragend !

Habe ich schon erwähnt, dass England ziemlich teuer ist ? Die Preise hier erinnern mich oft an daheim. Für mein Glas Wein habe ich gestern GBP 7.50 bezahlt, das sind ca. CHF 8.25. Ein Camping-Stellplatz kostet hier zwischen 37 und 45 Pfund, also bis CHF 50 (auch ohne Restaurant oder Sauna auf dem Platz !). Auch die Engländer jammern etwas, wenn man sie darauf anspricht..

Samstag. Heute früh schien die Sonne, und statt zu spazieren, habe ich gemütlich Fotos durchgesehen und beim Frühstück den Leuten mit Hunden beim Spazieren am Strand zugesehen. Als ich um 11 Uhr beschloss, mich nun doch ein wenig zu bewegen, begann es gerade zu nieseln..

Das Wetter hier ist anders: Wir haben mehrmals über den Tag verteilt strahlenden Sonnenschein und relativ unvermittelt heftige Regenschauer, und ab Mittag nimmt der Wind stetig zu. Bei der nächsten ‘sonnigen Störung’ bin ich dann aber gleich los. Man lernt !

Mein schwarzer Freund am Strand. Ich gab ihm ein Stück von meinem alten Brot, und statt es zu fressen, versteckte er es an der Böschung und war jeweils zurück in fünf Sekunden. Raffinierter Kerl !

Zeit, nach Hause zu gehen vor dem nächsten Regenschauer !
Heute ist ja Sonntag ! Einen schönen Sonntag allerseits ! 😊
