Ich habe mir eben eine Knorr Tetra-Packung fixfertiger Crema de Verduras Mediterráneas genehmigt mit einem halben Baguette. Etwas überrascht hat mich beim Lesen der Packungshinweise, dass das ‘mediterrane Gemüse’ darin aus Rüebli, Karoffeln, Lauch und Tomaten zusammengesetzt ist. Ausser den Tomaten sind das doch alles typische ‘Nord-Gemüse’ – wo bleiben denn da die Peperoni, Zucchini, Auberginen ?
Egal, dann eben nicht..
Natürlich habe ich etwas nachgesalzen, das Ganze schwarz gepfeffert und ein schönes Stück Butter untergemischt.
Dann habe ich das cremige Süppchen kritisch degustiert und gedacht: «Jaaaa. Okay. Sooo schlecht IST die gar nicht». Und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich auf dieselbe Suppe völlig anders reagieren würde, wenn ich sie bei jemandem daheim serviert bekäme – zum Beispiel in einem schönen Tässchen mit einem Rahmhäubchen oben drauf, dazu drei kunstvoll getoastete Baguettescheibchen, die mit Olivenöl und Kräutern bepinselt worden waren. «Köstlich, einfach köstlich» ist noch das Mindeste, was ich über genau denselben Tetrapakinhalt zu sagen hätte !
Ich bin ahnungslos in die Falle des Vor-Urteilens getappt, so ist das.
Und was lerne ich daraus ?
- Die Tetra-Suppe war gut. Nicht mediterran, aber gut.
- Man sollte Dinge immer so degustieren, als ob sie im schönen Tässchen serviert worden wären (wenn sie nämlich schlecht sind, bemerkt man es auch so, und wenn sie gut sind, darf man das einfach annehmen, ungeachtet sämtlicher relativierender Details)
- Sollte ich euch je ein schickes Tässchen Suppe vorsetzen in der Zukunft: ja, fragen dürft ihr schon… 🙂

Das ist spanischer Rosé aus der Pinot Noir – Traube. Er war sehr erfrischend, aber eigentlich finde ich es schade, wenn er nicht das brillante Rubin trägt, das ihm so gut steht..
