Made it ! 😊De la France to the United Kingdom !

Ankunft in Dover am Dienstag, 12.Mai 2026

Aber der Reihe nach: eine Woche zuvor war ich nämlich noch auf dem Camping Le Pont Romain neben Le Mans.

Diesen Pont Romain gibt es tatsächlich ganz in der Nähe, und was für ein schönes Exemplar diese Brücke ist ! Sie heisst eigentlich Pont de Pierre und überspannt den Fluss l’Huisne.

Über das Städtchen Yvré-l’Évêque gibt es nicht wirklich viel zu berichten: enge Gassen, kleine Supermärkte, gelegentlich dekorative Hexenhäuschen, ein luftig-grüner Park. Nett halt.

Der 8. Mai wird auch VE-Tag (Victory in Europe) genannt und ist in Frankreich ein gesetzlicher Feiertag zur Erinnerung an das Kriegsende 1945.

Am langen Wochenende ab Freitag, 8. Mai, fand deshalb in Le Mans ein grosses Motorfahrrad-Treffen statt, welches den Campingplatz im Nu füllte mit Motoren-Knattern und Lederkombis am Auslüften über kleinen Zelten.

Die Engländer Lorraine und Tony (hier auf dem Rückweg nach dem Checkout) waren meine Nachbarn auf dem Platz. Sie kommen aus Poole (markiert auf der Karte unten), und ihre Überfahrt von dort nach Cherbourg dauerte glatte 4.5 Stunden.  

Das Paar besass jahrzehntelang ein Motorboot, und Tony ist ein passionierter Fischer. Nach ihrer Pensionierung vor drei Jahren tauschten sie das Boot gegen dieses 7.5 Meter Wohnmobil und wollen dieses Mal Portugal bereisen für ein paar Wochen.   
Meine Erinnerung an die Beiden ist vor allem ein herrlich lustiger Weinabend vor ihrem Wohnmobil.   

230 Kilomter weiter im Norden weilte ich dann zwei Nächte lang auf dem Camping Nénuphars in Roumare zwischen Le Havre und Rouen.
(Ach ja: auf der Autobahn hierhin habe ich für 190 Kilometer Fahrt EUR 63.80 bezahlt ! Ich sag ja nichts…. Ich meine ja nur… 😊)

Die offenen Türen links führen jeweils in die Abwaschstation bzw in die WCs und Duschen, und rechts gibt es einen Gemeinschaftsraum mit Töggelikasten, Büchern und Fernseher. Und ich hatte von meinem Platz dort hinten alles in der Nähe – und Wlan, was im Süden ganz und gar nicht selbstverständlich ist. 

Ein Spaziergang im Dorf Roumare. L’église Notre-Dame.

Ich finde Rinder und ihre treuherzige Neugier immer wieder süss !

Mein Spaziergang an diesem Freitag bot mir wegen dem Feiertag zwar weder ein offenes Restaurant noch einen offenen Laden, dafür ein paar verlorene Ecken..

..und einige stattliche Gegenstücke !

10. Mai 2026 Ankunft auf dem Camping Calais La Plage mit der Hoffnung, dass das klappt mit dem Online-Fährenticket und dem obligatorischen Einreise-Antrag  UK ETA (Electronic Travel Authorisation), auf dass ich es dieses Mal über den Kanal schaffe, nachdem ich drei oder vier Jahre lang nur davon geredet hatte.. Wer sagt’s denn ! 😊

Der Strand ist tatsächlich nur ein paar hundert Schritte vom Camping Calais La Plage entfernt. Es war dort allerdings unglaublich windig und unglaublich kalt.
Ich hatte meine Fellpantoffeln und meine Wolldecke fürs Bett in einem Anflug von lauen Frühlingsgefühlen ins Lager versorgt – und holte sie nun hastig wieder hervor nach der ersten, sehr kalten Nacht hier.  

Am Strand wurde man einmal mehr sandgestrahlt, aber ein paar Unentwegte gibt es immer.
Hier an der Plage Blériot zu Ehren des Luftfahrtpioniers, der im Jahr 1909 als erster den Kanal überflog.

Gleich neben dem Strand: ein Friedhof für gefallene englische Soldaten im Ersten Weltkrieg: Cimetière Militaire de les Baraques

«Their name liveth for evermore» (Ihr Name lebt in Ewigkeit)

Eine verdiente Geste angesichts der Tatsache, dass auf sehr vielen dieser Grabsteine ein Alter zwischen 20 und 30 eingraviert ist.  

Was mir sonst noch aufgefallen ist in Calais: dieses ‘mit dressiertem Schlagrahm verzierte Kuchenhäuschen’..

..und dieses kunstvolle, schöne Wandgemälde.

12.5.2026. Ich bin vorsichtshalber viel zu früh los vom Camping, habe mich mehrfach verfahren auf dem grossen Hafen von Calais, fand schliesslich den richtigen Steg mit immer noch zwei Stunden Wartezeit für meine 12.50h Fähre, wurde auf die nächste, halbleere Fähre eingeladen und landete in Dover noch vor meiner offiziellen Abfahrzeit in Calais. Oben verlassen wir eben den Hafen von Calais um 11.20h.  

Ach so, ja: ich habe wieder eine Stunde Zeit gewonnen, womit die Schifffahrt gewissermassen bloss 40 Minuten dauerte statt 1 Stunde 40 Minuten. Das ist zwar grosszügig – ich hätte aber dennoch gerne darauf verzichtet, denn nun ist es wieder stockdunkel um 21 Uhr.    

Das mit den weissen Kliffs von Dover stimmt, wie man schon bei der Hafeneinfahrt bemerkt. Sagenhaft !

Online-Bild. Diese Kreidefelsen sind durchsetzt mit Feuerstein und teilweise über 100 Meter hoch. Am imposantesten wirken sie von einem Boot aus. Es gibt zwar Angebote für solche Ausflüge, aber dafür ist es momentan einfach zu regnerisch und viel zu kalt. 

Ich bin vom Hafen gerade einmal eine kleine Viertelstunde nach Westen gefahren und habe dabei das Linksfahren geübt. Iiiks ! Und das ist meine Aussicht auf der Campsite Little Satmar in Folkestone

Das ist der Verein «Timberland Motorhome Club», wie die Flagge rechts verkündet, hier beim Abschiedstrunk am Abend vor ihrer Abreise. Jedes Jahr organisiert eines der Mitglieder ein Treffen in seiner Wohngegend und zeigt den anderen seine heimatlichen Highlights. Eine feine Idee !

Der Platz Little Satmar ist rechts ein Bungalow-Dorf und links eine Camper-Wiese, sauber getrennt durch ein Wäldchen.
Die Firma Keat Farm hatte eine tolle Idee: sie verkaufen dir einen Bungalow auf dem Platz (das geräumige Exemplar vor der Reception rechts oben gibt’s für GBP 51’000, also ca. CHF 54’000 – es gibt aber auch kleinere zwischen GBP 5000 und 13’000), und du bezahlst danach eine monatliche Standgebühr für Boden und Infrastruktur. Brillant, nicht ? (keine Admin für Mieterwechsel, keine Putzbrigade, keine neuen Kühlschränke nötig..)

Ich ? Bis ich weiss, wohin ich als nächstes will, bleibe ich einfach hier..
Bleibt gesund und habt es schön warm !
😊