Grauer Regen, weisse Klippen, blanker Sonnenschein. Folkestone – Canterbury – Pevensey Bay

Folkestone. Nach einem kleinen Spaziergang vom Camping ‘Little Satmar’ präsentiert sich einem diese Aussicht.

.. mit dem Städtchen Folkestone im Hintergrund

Tony (der aus Poole) hatte völlig recht, als er mir empfahl, noch eine Weile in Frankreich zu bleiben, bis das Wetter in England etwas besser würde. Es ist wirklich kalt hier, kalt und windig. Auch schön, wohlgemerkt ! Also schön, kalt und windig. Ich blieb auf jeden Fall sehr gerne eine Woche auf dem Platz mit den herrlich heissen Duschen und dem Cliff Top Café in der Nähe.

Auf der Terrasse vom Cliff Top Café lernte ich Danielle und ihrem Hund Spyro kennen.
Danielle wuchs in Südafrika auf, lebt seit zehn Jahren auf der anderen Seite von Dover und hat ein eigenes Geschäft aufgebaut zur alltäglichen Unterstützung von alleine lebenden Senioren. Sie kocht und putzt für ihre Kunden oder fährt sie zum Arzt. Ein gescheites Mädchen und eine sehr unterhaltsame Begegnung.
Danielle meinte, es gäbe zwar viele Wohnungsangebote für Senioren, aber viel zu wenige für junge Leute und Familien.

Der Blick vom Cliff Top Café über den Ärmelkanal. Manchmal sieht man sogar die Küste von Frankreich ! Also ähnlich wie einst in Tarifa.. 😊

Ich glaube, Danielle hat recht : Auch das Angebot rechts für diese Appartements gilt explizit für über 70-Jährige. 
Dass ich überhaupt Zeit hatte, das Schild zu lesen, lag hauptstächlich an diesem gewaltigen Stau in Canterbury, bei welchem ich ungeplant mitmachte..

15.Mai 26. (online pics) Ich wollte mir eigentlich Canterbury, die Hauptstadt der Grafschaft Kent, ansehen.

Stattdessen stand ich eine Stunde lang mehr oder weniger still. Als ich endlich beim Kreisel ankam, der rechts zum grossen Parkplatz führt, war ich in der falschen Spur und musste links abbiegen angesichts der soliden Autowand rechts. Und nochmals zurück wollte ich nicht, denn der Stau reichte von allen Strassen hin zum Kreisel. Ich gab auf und tuckerte gemütlich über Land zurück zu meinem Platz. Hiermit betrachte ich Canterbury als besucht (manchmal muss ‘ein bisschen’ reichen – und die schönsten Aussichten gibt es sowieso von unserer Klippe hier 😊).

Das Städtchen Folkstone hingegen liegt in nur gerade 4 km Entfernung. – – – Falsch, das sind ja Meilen à 1.609 km ! Sogar Navi-Tante Googlia spricht jetzt in Meilen und sagt Dinge wie: «In 900 Fuss links abbiegen». Na, bravo.   

Eine typisch englische Häuserzeile – halbrunde Salons, Erker und Ecken, verzierte Dachfronten und fette Kamine auf den Dächern. Alle gleich und doch ganz verschieden, und alle kleben sie aneinander.

Hier sieht man es gut : das Wetter findet statt !
Wasserknappheit dürfte hier nicht zu beklagen sein. Ich glaube, es hat an keinem Tag nicht geregnet..
Heute wollte ich zum Beispiel mit dem Fahrrad einen Klippen-Ausflug machen – und kaum war der Akku eingerastet, begann es wieder zu regnen.

Wenn es mal nicht regnet, ist die Umgebung hier weit und schön.

19.Mai 2026. Heute wollte ich nach dem gestern milden Tag abreisen nach einer Woche auf dem Camping Little Satmar.
Ich bin aber zu strömendem Regen aufgewacht, und als der Nebel immer dichter wurde, habe ich es mir anders überlegt. Vielleicht klappt es ja morgen..

Stattdessen habe ich ein paar Lektionen holländisch gelernt.
Ein holländischer Satz zum Tage gefällig ? «Zij zijn zijn soons»
heisst «Sie sind seine Söhne».
Aussprache : Sei sein sein souns. Diesen Satz kann man ja überall gut gebrauchen.. 😊

Mein Folkestone-Eindruck zusammengefasst

Bei freundlichem Wetter kann ich mir gut vorstellen, hier zu sitzen mit einem Buch. Und mit einem Klapp-Hocker, um die Beine hochzulagern. Ach ja, und natürlich mit einem Glas Wein und einer Handvoll Erdnüsse (ich vermute, dass ich das Buch ebenso gut daheim lassen kann.. 😊).  

20. Mai 2026. Es hat geklappt ! Ich bin tatsächlich weitergefahren nach nur acht Tagen gleich neben dem Hafen von Dover 😊 (sagenhafte 104km weiter, um genau zu sein), und nun wohne ich neben Eastbourne an der Pevensey Bay im Cannon Camping & Caravan Park

(oben: schicke Reception, nicht ? Und ja, irgendwo steht auch eine Kanone in der Gegend herum (eine «Bitte nicht auf die Kanone klettern» – Kanone.

Sehr weit bin ich ja noch nicht gekommen in England, wenn ich mir die paar zurückgelegten Millimeter seit dem Ärmelkanal rechts unten auf der Karte ansehe. Aber das kommt noch ! (eventuell).

Sieben Meilen von hier findet sich diese Kalkstein-Klippenwand namens ‘Die Sieben Schwestern’. Sie entstand vor Millionen von Jahren im Meer, stieg nach der letzten Eiszeit aus dem Wasser und leidet inzwischen etwas an Erosion.

Beachy Head Cliffs. 21.5.2026.

Wenn man oben hinter den Klippen parkiert, folgt man diesem gewellten Klippenrand hinauf und wieder hinunter. Diese Aussichten ! Traumhaft ! 

Dieser Leuchtturm steht im Wasser des Ärmelkanals, weil sein Licht dort auch bei Nebel besser sichtbar ist als von oben auf der Klippe. Er wurde 1902 in Betrieb genommen.

Heute erlebte ich einen strahlenden Tag bei 24 Grad und beinahe keinem Wind; die Umgebung bei der Klippenwanderung war weit und herrlich und die Klippen selber glorios ! Was will man mehr ?

Ein feines Wochenende allerseits ! 😊