Über 100 Brücken, durch 50 Tunnels und durch 1 Wolke.. Arco de Baúlhe – Allariz – Serantes

20. April 2026, Portugal. Wenn man es durch dieses steile Gässchen geschafft hat, kommt man auf dem ‘Camping Arco de Baúhle’ im gleichnamigen Ort an.     

Drei Pferde und ein Fohlen grasten friedlich unterhalb von meinem Standplatz.  
Ich dachte ja, die gehörten zum Camping (inzwischen wundert mich ja nichts mehr), als ein Typ im roten T-Shirt schimpfend um die Ecke rannte und die Pferde anschrie. Das kannten die Tiere offenbar schon und sind galoppierend um die Ecke links oben verschwunden. Das Gras hier ist offensichtlich deutlich grüner als jenes daheim.. 😊

Die Belgier Geert und seine Frau bewirtschaften den Platz hier seit 16 Jahren – und wie man sieht, immer noch mit Freude. Geert lacht gerne und direkt aus dem Bauch – sehr efrischend !

Er ist ausserdem ein begeisterter Koch, und sein Fischeintopf ist verdientermassen berühmt bei seinen Stammgästen ! (Das alles war übrigens  für mich !)

Das Zentrum von Arco de Baúlhe gibt nicht viel her, aber man findet jede Menge Läden, Bars und Restaurants, und das ist ja auch schön.

«Trink bis zum Ende». – – bzw. – –  «Hier nur guten Wein».
Im lokalen Supermercado gibt es diese typisch portugiesischen, gebrannten Tonkrüge und Geschirr, und sie sind einfach schön. Zum Glück auch zu gross für meine Schränkchen, so dass ich es beim Bewundern beliess.

Ich habe holländische Nachbarn bekommen auf der Wiese. Das sehr nette Paar sprach allerdings kein Wort einer anderen Sprache. Mein Holländisch wiederum ist noch lange nicht reif für so etwas wie eine ‘anständige Konversation’, also wird es wohl Zeit…

24. April 2026. Abreise auch deshalb, weil Portugal morgen den Jahrestag der Nelkenrevolution feiert, die 1974 den Sturz der Salazar-Diktatur zur Folge hatte. Dann käme ich gar nicht mehr durch den engen Platz am steilen Hang, denn dort steht bereits eine Bühne… und da ich den Herrn Salazar nicht so gut gekannt habe wie die Grosseltern der Bevölkerung hier, muss ich nicht unbedingt dabei sein…

24. April 2026. Ich genoss die Überland- und ÜberBERG-Fahrt auf den beinahe leeren Strassen, kam hier beim Fluss Rabagão vorbei und bewunderte die dicht mit Gras und Büschen bewachsene Gegend. Herrlich !

Hoch auf den Bergen sind die Ginsterhänge weiss und rosafarbig,,..

..die Bäumchen in ihren Flechtengewändern sehen aus, als hätten sie heute vergessen, ihr Pyjama auszuziehen,..

..und ich traf passenderweise auf diesen Unterstand an der Strasse.

Und schon war ich unbemerkt wieder in Spaniens Galizien angekommen, im Dorf San Pedro de Laroá nämlich. Im Dorf thront auf vielen der Masten an der Hauptstrasse ein Storchennest, und in jedem Nest stand ein Storch. Ich habe nicht gesehen, ob auch Jungstörche drin waren, vermute es aber. Und ich war begeistert !

Das wird ! Ich bin in einem Städtchen namens Allariz gelandet.  

Das ist meine neue Aussicht auf dem Camping Os Vernadeiros.  

Auf der sonnigen Restaurant-Terrasse vom Platz gab es prompt ein Glas erfrischenden Weisswein zu Oliven und Baguette.

Auch das hier ist ein Camping mit angeschlossenem Reiterhof, und ich habe den Teenies gerne dabei zugesehen, wie sie ernsthaft und konzentriert ihre Runden drehten auf dem Sandplatz.

Der Hípica-Camping liegt gleich neben dem kleinen ‘Rio Arnoia’, und nach einem kurzen Spaziergang im Schatten der Uferbäume ist man mitten im Städtchen. Da es gerade nach Mittag war – und alles auf Siesta – habe ich mich mit dem Besuch des ATM begnügt und bin wieder heimspaziert.

26. April 2026. An dieser Stelle erzähle ich euch gerne, was ich alles gesehen habe auf der Weiterreise in den Norden: NICHTS ! Dabei bin ich extra der Küstenstrasse gefolgt, um aufs Meer hinaus sehen zu können !

Es ging einmal mehr hoch in die Berge, über Viadukte und Brücken und durch viele kleine und grössere Tunnels, und der Nebel wurde immer dichter.
Dann ein Reh mitten auf der Strasse ! Es rannte ein paarmal wild hin und her und suchte verzweifelt das Weite, bis es dieses glücklicherweise auch fand.. 

Und ein Motorradfahrer blieb auch dann hinter mir, als ich mich ganz langsam um Haarnadelkurven tastete.. Ich verstehe ihn – ich hätte es an seiner Stelle genauso gemacht. 

Und dann ging es rasant nach unten, und hier gab es keinen Nebel mehr. Oder war das gar kein Nebel gewesen, sondern eine Wolke ? Hm… Ich war nun jedenfalls in Serantes.

26.4.2026. Der Campingplatz El Carbayín in Serantes war der einzig offene in dieser Gegend.

Er liegt direkt neben einer Rinderzucht, was ihn ziemlich lärmig macht.
Auf dem Platz stehen auch ziemlich viele abgestellte Wohnwagen; wir waren gerade einmal zu weit ‚live‘ vor Ort.

Aber mein Platz auf der Ringelblumen-Wiese zwischen den jungen Avocadobäumchen war richtig hübsch.  
Dann entdeckte ich auch noch Waschmaschine und Tumbler beim sehr sauberen Sanitärgebäude, und das waren die besten solchen Maschinen, die ich bisher auf einem Camping angetroffen habe – Industrie-Qualität ! Grund genug, eine zweite Nacht hier zu verbringen – und den ungeliebten Bettzeug-Wechsel im engen Autoheck zu erledigen. Seufz…

Damit ich dann doch etwas anderes getan hätte als nur im Nebel herumzufahren, ging ich spazieren und kam bei diesen beiden Hübschen vorbei.

 
Beim Spaziergang hat mir ein alter Bauer am Weg gesagt, dass in solchen Bauten die Maiskolben zum Trocknen aufgehängt würden. Und gewohnt wird hier doch tatsächlich auch noch !
 

Dann die Überraschung: dort ist ja das Meer ! Das hätte ich nicht so nah vermutet. 

Ist das schön hier ! Das hätte ich nicht erwartet so nah bei der Rinderzucht.. 😊

Hm. Das ist ein ziemlich tierischer Beitrag geworden, oder ? (besonders, wenn man den Fischeintopf dazu zählt..).

Ich lasse es jedenfalls gut sein für heute und wünsche euch eine gesunde Ankunft im ersten und einzigen 1. Mai dieses Jahres ! 😊

An alle noch Arbeitenden: gedenkt bei dieser Gelegenheit jener Arbeiter, die einst in oft blutig endenden Demonstrationen forderten, dass der damals übliche 12-Stunden-Arbeitstag auf
8 Stunden reduziert werde ! We’ve come a long way, Baby !😊

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