Adiós und Olá ! Grenzenlos von Spanien nach Portugal..

Utrera, 5.April 2026: Am Ostersonntag kehrten wir bei sagenhaften 28°C ein im Restaurant Goze Garito Gourmet und liessen uns nochmals so richtig verwöhnen.
Die englisch-holländisch-Übersetzerin Evelyn (links vorne) lebt schon seit vielen Jahren in Utrera und liebt die Gegend.
Sie hat neuerdings öfter durch Künstliche Intelligenz (KI) übersetzte Texte zu prüfen. Die Übersetzungen seien recht gut; sie müsse aber aufpassen, weil die KI öfter etwas im Text missversteht und zum Beispiel einen See zum Fluss erklärt, weil im Text nur von Ufern und Wasser die Rede ist.

Mir selber geht KI gerade ziemlich auf den Wecker, obwohl mit ihrer Hilfe echt aussehende Katzen Gitarre spielen können, weil viele Menschen wie ausdruckslose Barbie-Puppen aussehen wollen und können – und weil KI-generierte Influencer Millionen von Followern haben, welche auf das Marketing eines perfekten Typen hereinfallen (der künstliche Kai Sapore links oben ist noch neu, sieht aber sehr gewinnend aus, nicht ? Da hinter einem einzigen KI-Typen oft ein Team von bis zu 15 Personen arbeitet, ist solches Marketing nicht einma billig !. Aber gut, das geht mich ja nichts an…

Aber ! KI kann zum Beispiel auch einem Politiker überzeugend Worte in den Mund legen, die er nie gesagt hat !
Und viele der echten Kurzfilme enthalten KI-generierte Sequenzen, die so nie passiert sind. Vorsichtshalber muss man also bei jedem Kurzfilm davon ausgehen, dass er ebenso gut ‘getürkt’ wie wahr sein könnte. Ist das nicht furchtbar ?
Das kann es doch nicht sein in einer Welt, wo auch ohne KI schon so oft gelogen wird ! Grrrrr ! Aber lassen wir das… 😊

9.April 2026. Na jedenfalls: Nach einem ‘Afscheidsborrel’ auf der Finca Angela (nein, auf ‘Abschiedstrunk’ wäre ich auch nicht spontan gekommen…😊) fuhr ich endlich nordwärts und kam mit einer Stunde Gewinn gleich jenseits der Grenze in Portugal an..

Campo Maior. Sehr weit bin ich ja nicht gekommen, aber immerhin stimmt die allgemeine Richtung. 😊

Die Grenze zu Portugal passierte ich, ohne je einen Grenzposten gesehen zu haben, und die zusätzliche Stunde gewann ich deshalb, weil Portugals Winterzeit GMT entspricht (die ist schon richtig bei seiner geografischen Lage), und weil deshalb seine Sommerzeit unserer Winterzeit entspricht. 

Camping Os Anjos (Die Engel): Reception und täglicher Apéro-Treffpunkt um 17 Uhr..

Wir sind momentan acht Wohnmobile und ein grosses Zelt auf dem Camping, aber die terrassierten Plätze sind sehr grosszügig bemessen. Dank momentan lockerer Besetzung und schönen Aussichten rundherum ist es richtig wohnlich hier.

Das Städtchen Campo Maior liegt gerade einmal 2 Kilometer entfernt vom Camping Os Anjos, und die Velofahrt dorthin macht Spass auf der wenig benutzten Strasse zwischen den offenen Olivenhainen und den friedlich grasenden Schafherden.

Campo Maior ist ein typisch südeuropäisches Städtchen: enge, etwas patiniert wirkende Gassen, und überall Cafés und Bars. Und Autos.. 😊

Eine Burg hat Campo Maior auch ! Sie wurde 1219 von den Mauren zurückerobert und hat eine schauerliche Geschichte zu erzählen:  

In einer extremen Sturmnacht des Jahres 1732 schlug ein Blitz in den Turm ein, in welchem 80 Tonnen Schwarzpulver und knapp  5000 Granaten gelagert waren zur Verteidigung gegen spanische und französische Invasionsversuche.  
Die gewaltige Explosion zerstörte nicht nur die Burg und mehr als 800 der 1000 Häuser der mittelalterlichen Stadt; in jener Nacht verloren auch 256 Menschen ihr Leben – und 2000 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Burg und Stadt wurden wieder aufgebaut und sind nun halt nicht ganz so alt wie andere Orte hier herum.  

Der Stadtpark ist sehr einladend und grosszügig,.. (DER Vorteil, wenn man eine Stadt von Grund auf entwerfen kann)

..und dieses Denkmal steht gleich daneben. Auf diesen ‘Campomaioraner’ ist man mächtig stolz hier !

«Se todos quiséssemos, o mundo seria extraordinário.»
Wenn wir es alle wollten, wäre die Welt extraordinär.

Das sagte ein gewisser Rui Nabeiro aus Campo Maior. Er gründete 1961 die spätere Delta Café Group in einem 50m2 Lager. Als er 2023 mit 91 Jahren starb, war Delta Portugals Marktführer in Sachen Kaffee geworden und exportiert ihn inzwischen in über zwanzig Länder !   

Deltas Logo und sein Motto: Der Kaffee deines Lebens.
Wie heisst es so treffend ?: «Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.»
Was hiermit bewiesen wäre. 

Die Kirche (Bild links und im rechten Bild die Wand links) steht in einer ganz schmalen Gasse. Man kann deshalb nicht genügend Abstand nehmen für ein anständiges Foto.. Sei’s drum.. 

In Campo Maior bin ich durch Zufall in der Capela dos Ossos gelandet. (Das letzte Ossarium besuchte ich 2024 in Kutná Hora, Tschechien). Der Raum ist so klein, dass diese beiden Besucher draussen warten müssen, bis ein anderer herauskommt. 

Die Kappelle besteht aus diesem einen, kunstvoll mit Knochen und Schädeln verzierten Raum.

Wer hier einen tiefsinnigen Spruch über Leben, Vergänglichkeit und Tod erwartet, wird enttäuscht.
Hier steht nämlich: «In unseren hier ruhenden Gebeinen erwarten wir deine Hilfe. Spende den Seelen aus Liebe zu Gott».
Was fehlt, sind die Antworten auf die Fragen: «Wessen Seelenfrieden ist hier käuflich ?
Und wer genau bietet ihn an gegen Geld ?»  

Mehr als nur ein Schmuckstück ist dieser Dorfbrunnen aus dem Jahr 1936.

Zurück auf dem Camping der Engel:

Das ist der Camping-Kater ‘Sokrates’. Er weiss noch nicht, dass er nichts weiss und schaut einem deshalb selbstbewusst und forschend in die Augen. Die andere Katze hier heisst Dante und der Hund Nietzsche.. Originell ! 😊  

Samstag, 11.4.2026. Unser holländischer Platzchef Jores (Bild unten links) hat diesen Platz für 20 Wohnmobile und sein Wohnhaus samt Reception-Bungalow vor 17 Jahren selber mitgebaut und arbeitet seither praktisch durchgehend 7-Tage-Wochen. Dieses Jahr wird er den Platz zum ersten Mal schliessen über den Sommer und zu Weihnachten.

Er hat heute den Tisch höchst persönlich gedeckt und den Grill gestartet, auf dass jeder seiner Camping-Gäste ihn benutzen könne für das mitgebrachte Grillgut. Ich hatte mir Pouletschenkel gekauft, dazu Baguette und Salat – und für danach zum Teilen eine Schokoladentorte vom kleinen Supermarkt im Ort. Den Wein schenkte Jores ein für jeweils 1 Euro das Glas. Es wurde ein schönes Fest !

Die Paraguyanerin Rossella und der Holländer Martin sind seit einigen Jahren als Arbeitsnomaden unterwegs in einem 7-Meter  Wohnmobil mit einem Motorrad im Lager. Sie stehen hier seit bereits zwei Monaten und sind mit Abstand die Jüngsten auf dem Platz.
(Und wie man am flatternden Tischtuch erkennt, hat es ordentlich gewindet bei unserem Mittagessen, und wir mussten öfter unsere Gläser festhalten..).

Und schon hat wieder eine neue Woche begonnen. Ich weiss das, weil ich vor vier Tagen für zwei Nächte gekommen bin und entscheiden sollte, wohin ich als nächstes fahre – spätestens morgen oder in drei Tagen oder so… 😊

Ich wünsche euch herrliches Frühlingswetter und eine gute Woche !

Ein Gedanke zu “Adiós und Olá ! Grenzenlos von Spanien nach Portugal..

  1. :))) „Spätestens morgen oder in drei Tagen oder so…“ Herrlich! Wie lange auch immer du bleibst, ich warte gespannt auf neue Fotos, neue Typen und Nachrichten aus dem Nomadenleben. Und Kater Sokrates hat bei mir jetzt schon einen Stein im Brett. Ich vermute, der weiß alles. 😉

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