Hier der Geschichte letzter Teil, dann bin ich endlich Ă jour, mache eine lĂ€ngliche Schreibpause und suche SĂŒdschweden heim…

Die Stena Scandinavica, mein Hotel fĂŒr die Nacht

Am Dienstag habe ich mich endlich von Hamburg losgerissen, bin nach Kiel gefahren, musste dort ein paarmal wenden, bis ich den Eingang zum Schwedenkai gefunden hatte – und parkierte auf einem Privatparkplatz der Bank Julius BĂ€r vor dem BĂŒro der Stena Line (ich weiss zwar nicht, wie oft Bank BĂ€r-Kunden in einem Wohnmobil vorfahren, beschloss aber, dass die CH-Nummer mir zumindest etwas Zeit verschaffen mĂŒsste). Ich stĂŒrmte das BĂŒro der Stena Line und erhielt die letzte Einzelkabine innen fĂŒr die 15-stĂŒndige Fahrt nach Göteborg von einem freundlichen jungen Mann mit Rossschwanz und roter Nase, der kaum aus den Augen sah vor lauter âHeuschdupfedâ, wie er klagte.
FĂŒr mein Geld erhielt ich ein TĂŒr-KĂ€rtchen fĂŒr die Kabine 8274, eine gemĂŒtliche Reise von gut 530 km auf dem Wasser, ein Bett fĂŒr die Nacht, ein musikalisches Unterhaltungsprogramm und ein FrĂŒhstĂŒcksbuffet. Ich finde, der Einsatz hat sich gelohnt.
Dann habe ich mich in die vierspurige Schlange gestellt mit vielen, vielen Lastwagen, PKW und WoMo – und als nĂ€chstes stand ich ganz oben auf Deck 11 an der Sun Deck Bar und begoss meine erfolgreiche GeschĂ€ftsabwicklung gleich einmal mit einem halbvollen Plastikbecher Wein (fĂŒr umgerechnet 9 Franken).






Bordshop mit grosser GetrĂ€nkeabteilung ! Scheinbar gibt es Leute, die machen den Trip nach Kiel und zurĂŒck ausschliesslich zum Einkaufen…

Diese Schweizer Ecke enthĂ€lt nur Schokolade, die auch tatsĂ€chlich in der Schweiz produziert wurde. Ich habe mir aus NostalgiegrĂŒnden ein paar Tafeln Ragusa gegönnt..

Grosses MusikrÀtselraten in der grossen Bar, zum Beispiel:
– Zu welcher Gruppe gehört Mark Knopfler, der fĂŒr Tina Turner den Song âPrivate Dancerâ schrieb ?
– Wieviele Geschwister hat CĂ©line Dion ?
– Wer schrieb den vielfach gecoverten Hit âHallelujaâ ? Ja, das wusste ich, habe ich den Song doch schon unzĂ€hlige Male gehört in den Strassen aller grossen StĂ€dte. Und nun auch noch auf dem Schiff.. (die Antworten: Dire Straits, dreizehn, Leonhard Cohen).
Das hat Spass gemacht. Zeit, schlafen zu gehen – morgen wĂŒrde ich frĂŒher aufstehen mĂŒssen als normal, denn bald nach 9 Uhr ist grosser Aufbruch angesagt.

Perfektes Kabinchen – der Luxus eines eigenen Bades ist mir seit bald 17 Monaten keine SelbstverstĂ€ndlichkeit mehr..

Die Reise in KĂŒrze – im mittleren Bild sieht man die ganze Strecke von 530km von Kiel ganz unten bis Göteborg ganz oben
Leider hat das Wetter in Göteborg nicht mitgespielt. Es war kalt und neblig; wir haben deshalb die Inseln vor der Stadt kaum gesehen, erlebten dafĂŒr eine beinahe mystisch anmutende Einfahrt unter der Ălvsborgbron-BrĂŒcke hindurch in den Hafen von Göteborg.


Bald nach dem FrĂŒhstĂŒck wurden wir aufgefordert, zu unseren Autos zu gehen.
Ich stand eine ganze Weile lang artig mit vielen anderen Leuten im Gang, bis mir aufging, dass das alles FussgÀnger waren !
Jetzt eilte es aber ! Ich rannte die Treppe hinunter statt auf den Lift zu warten, und unterwegs ĂŒberfiel es mich siedend heiss: ich hatte vergessen, mir die Nummer meines Parkdecks zu merken ! Also rannte ich auf das Parkdeck 5, dann auf das Deck 4, und beim Dreck 3 fand ich schliesslich mein Auto ! Es war nicht zu ĂŒbersehen, stand es doch allein auf weiter Flur ! Ups, wie peinlich.
Ich muss so schuldbewusst ausgesehen haben beim Hinausfahren, dass der Polizist draussen dies wohl missverstand – und nun musste ich auch noch ins Röhrchen blasen ! Hier gelten 0.2 â°, schon bei 0.3 â° verliert man den FĂŒhrerschein.
Ich hatte zwei GlĂ€ser Wein getrunken gestern Abend; da hatte ich keine Bedenken, aber vor lauter Stress und schlechtem Wetter hatte ich auch noch keine Ahnung, wo ich ĂŒberhaupt hin wollte. Also bin ich einfach losgefahren Richtung SĂŒden und stehe seit gestern auf einem Platz in Ă
sa, kaum 50 km von Göteborg entfernt, auf einer sonst leeren Wiese und finde es wunderbar. Viel zu kalt und viel zu windig, aber wunderbar !

Besuch kriege ich auch manchmal, hier von zwei grossen Elstern mit metallisch glÀnzenden blauen Schwanzfedern.
Die BĂ€ckerei fĂŒnf Minuten von hier macht wunderbare Schwedentorten. Ich glaube allerdings, Kaffee ist keine schedische SpezialitĂ€t…

Als ich die Weinauswahl sah im Supermarkt von Ă
sa, fragte ich mich, was die Leute denn haben: die ist doch tiptop: Riesling, Shiraz, Merlot !
Wenn wir nun den Preis durch 10 teilen (in Schweizer Franken wĂ€ren es etwas mehr, in Euro etwas weniger), ist er auch noch richtig billig ! Und dann erst realisierte ich, dass âUnVinedâ kein Weinname auf schwedisch ist, sondern ein Verfahren ! Ach du meine GĂŒte: alle Weine hier haben 0.5% Vol.!
So, und nun lernen wir schwedisch !
Mein App DuoLingo – gibtâs ĂŒbrigens gratis ! – behauptet zwar, ich könne bereits 71 Wörter in Schwedisch. Bloss sind es die Falschen, denn wie, bitte schön, soll der Satz âDer BĂ€r isst eine Erdbeereâ die VölkerverstĂ€ndigung fördern ?
âVin Ă€r en dryckâ (Wein ist ein GetrĂ€nk) ist da schon praktischer, aber allzu höflich kommt eine Bestellung auf diese Art auch nicht rĂŒber, oder ? Zum GlĂŒck scheinen hier alle Englisch zu sprechen, aber eigentlich habe ich schon die Ambition, zumindest ein paar lokale SĂ€tze anzubringen ausser God morgon oder God natt…. Bis dahin ist âIch spreche kein Schwedischâ (âJag taler inte svenskaâ) ein guter Anfang..
Aber zuerst geht’s nun zu den Wörtern, die wir problemlos verstehen:

Die Romands finden ja, wir Deutschschweizer sprĂ€chen die Dinge auch in âfranzösischâ so aus, wie sie hier stehen (stimmtâs, Françoise?).
Hier passt es nun endlich, alor pa de problĂ€mm ! đ (SĂ
S: ein A mit Kreislein darĂŒber wird ausgesprochen wie das O in Brot; wir haben hier also keinen GratĂ€ng, sondern eine GratĂ€ng Sauce) !

Man beachte neben dem Kraftfull auch den RostkaraktÀr dieses Kaffees !
Kött heisst Fleisch – und Bullar sind BĂ€llchen – und wenn auf ein âKâ ein âöâ folgt, spricht man das âKâ als âSchâ aus, also âSchöttâ und Schöttbullarâ. Gut zu wissen fĂŒr den nĂ€chsten Ikea-Besuch, nicht ?


Liebe Rose
Immer gibts was zu schmunzeln, immer gibts was zu lachen und immer gibts was zu staunen, Ich bewundere Dich obwohl manchmal bin ich froh nicht dabei zu sein, aber meistens bin ich eifersĂŒchtig nicht dabei zu sein!
Auch wenn ich mich nicht jedesmal melde, Deine Berichte werden eingesogen von mir und ich wĂŒnsch Dir weiterhin die allerbesten Erlebnisse, GlĂŒck und viele spannende Begegnungen.
Love Rosemarie
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Liebe Rosemarie
Hab Dank fĂŒr deine Blumen đș
Es freut mich rĂŒdig, dass du Gefallen findest an meinem Geschreibsel. đ.
Eine Kollegin hatte mir geraten, ein paar âPflichtenâ zu haben unterwegs, wenn ich schon nicht haushalten mĂŒsse (đ – nur schon deswegen bin ich zu beneiden!). Ich fĂŒhre also ein Logbuch – und schreibe den Blog. Und ich habe festgestellt, dass ich mit grossem Spass stundenlang Dinge recherchieren kann, die mich nichts angehen… đ
Es ist schön, Zeit zu haben !
Abwaschen muss ich aber noch, und das tue ich jetzt (50 Meter von hier – ich bin NICHT zu beneiden đ€Ș). Heb dir Sorg und sei herzlich gegrĂŒsst ! đ xxx Rose
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đha der mit Auto nicht finden könnte auch meiner sein âïžđ„
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Na, das ist doch immerhin tröstlich, danke dir ! đ
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FĂŒr wein mit mehr volumenprozenten musch in en systembolaget und echli vorrat chaufe…
đ
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Viele Dank, Barbara đ
Ich hetti eigentlich gwĂŒsst, dass Alkohol und Waffe nur in SpeziallĂ€de verkauft wĂ€rded, haâs aber kurz vergĂ€sse, woni die schöne FlĂ€sche gseh han…đ
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hi hi ganz allei im Parkdeck. Herrlich!!! Chunt mir au seeeehr bekannt vor. Grandios
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