Ein Elch ! Ein Elch !!

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Ist das nicht ein Prachtsexemplar ? Ja, das finde ich auch !

Es ist wirklich jammerschade, dass dies nicht der Elch ist, den ich gesehen habe…

Ich wollte mir den Elchstress (‚Die muss man gesehen haben !) nicht antun und bin deshalb noch in Stockholm in den grössten Freiluftpark ‚Skansen‘ gegangen, einem grossen Park und Tierpark, dekoriert mit Original-Häusern aus früheren Zeiten, also eine Art «Stockholm’sches Ballenberg».

Meine Elche‘ dort lagen faul auf dem Gelände herum und übten sich im Wiederkäuen. Die Tiere haben tatsächlich sehr lange Gesichter und eine hängende Nasenspitze, die bestimmt samtweich ist.

93_2_ElchtafelSie haben auch extrem lange, dünne Beine, die aussehen, als ob das Gelenk nicht in der Mitte des Gliedes läge. Aha ! Deshalb rennt das Tier auf dem ‘Achtung, Elch’ Schild auch so elastisch, und deshalb kreuzen sich die Beine so bereitwillig unter seinem Bauch..

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Die Elchkuh lag den Besuchern immerhin zugewandt da (wenn auch demonstrativ gelangweilt)..

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..währenddem der Bulle sich angewidert abwandte (vielleicht war es ihm auch bloss etwas peinlich, dass sein Geweih erst aus hundeknochenartigen Auswüchsen besteht)..

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Und von hier stammt der Prachtkerl, den ich zuerst gezeigt habe… 😊 – er ‚wohnt‘ auf der Schautafel, auf der man sieht, wie er aussehen würde, wenn man ihn denn sehen könnte.
Es ist immer dasselbe mit diesen Elchen…

Zusammengefasst war mein erster Blick auf den schwedischen Elch ungefähr so abenteuerlich wie das Besuchen einer Kuh im Stall.. Immerhin nett…

93_6_Ballenberg.jpg Ausser den Elchen gibt es im Skansen Freilichtmuseum wie gesagt auch alte Häuser und Handwerke zu besichtigen, und auf dem Gelände spazieren verkleidete Darsteller umher oder sitzen dekorativ in den Häusern.

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..hier vor einem Wochenendhäuschen, wie es sich Arbeiterfamilien in den 1920er-Jahren Dank grosszügiger Landabtretung der Regierung bauten – aus jedem Material, das sie ergattern konnten. Dort erholten sie sich mit ihren Familien an Wochenenden von ihrer harten Arbeit als Gerber oder Fabrikarbeiter und bauten Gemüse an.

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Diese Häuschen bestanden meistens aus einem Raum mit Sitzgelegenheit für die ganze Familie und einer Kochnische – und nicht zu vergessen, einem scheusslichen Wandteppich von der Sorte, wie man sie auch bei uns einst hoch in Ehren hielt…

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Im Park gibt es auch richtig romantische Ecken..

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..und man kann auf Stockholm hinunter schauen

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93_12_SilhouetteIch hatte das Zweitagesticket für den roten Hop-On, Hop-Off – Bus geschenkt erhalten von meinen Platznachbarn Suse und Bernd, die ihrem kleinen Terrier ‘Kalle’ keinen zweiten solchen Ausflug antun wollten. Am Schiffsterminal leerte sich der Bus plötzlich, denn die Balkönchenbewohner da hinten hatten die Rundfahrt in ihrer Kreuzfahrt inbegriffen. Ab hier sass ich eine unterhaltsame Stunde lang ganz vorne und ergänzte meine Stockholm-Bilderlücken aus luftiger Höhe.

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Gruppenbild mit Kalle, Suse und Bernd – und ihrem 8-Meter-Hymer
Suse ist eine Winzerin aus der Nähe von Heilbronn und hat ihren Weinberg zugunsten vom Reisen aufgegeben.
Und schon waren wir beim Wein, und in ihrer grosszügigen Sofaecke in der Stube gab es zuerst einen süffigen Grauburgunder, dann einen säurearmen ‘Samtrot’ aus derselben Traube, und schliesslich meinen Gute-Nacht-Wein Primitivo. Ich muss schon sagen: diese deutschen Weine waren richtig gut ! Rubinrot, rotbeerig, frisch ! Erkenntnis: es gibt ihn, den guten deutschen Rotwein ! Hurra ! Ein schöner Stockholm – Abschluss !

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Nach Stockholm bin ich in Hedesunda gelandet auf der langen Insel Ön mitten in viel, viel Wasser…

Es ist sehr idyllisch hier, und gleich nebenan gibt es auch noch ein wunderbares Restaurant – was braucht der Mensch mehr ?!

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Hierher kommen viele Sportfischer – gestern zum Beispiel eine ganze Busladung aus Österreich. Die etwa 30 Männer waren ungefähr eine Minute lang damit beschäftigt, ihre Unterkunft zu beziehen, und schon gings in Zweierteams auf zum Fischen mit den kleinen Booten am Strand vor dem Restaurant.

Sie taten mir etwas leid, als sie spät am Abend ohne einen einzigen Fisch zurückkamen und Würstchen vom Grill assen. Bis ich erfuhr, dass die Fische nach erfolgreichem Fangen zwar gemessen und fotografiert werden im Arm des jeweils breit grinsenden Anglers – die Fische danach jedoch zurück ins Wasser geworfen werden !

Das scheint mir etwas ungerecht für die Fische, zumal sie nicht einmal etwas zu fressen bekommen für den Schrecken: die Köder im Angelzubehörladen auf dem Platz sind alles schlabbrige Silikon-Teile.

Die meisten Fischer haben es auf die grossen Exemplare abgesehen, also auf Hechte und Barsche – es gibt aber auch Zander hier (der hat besonders gut geschmeckt im Restaurant Sandsnäs gleich nebenan am Ufer des Sees). Ganz Schweden scheint ein einziges Fischer-Paradies zu sein – kein Wunder bei beinahe 100’000 Seen im Land..

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93_18_Map2Hier bin ich momentan… Ich müsste mich langsam entscheiden, ob ich nord- oder westwärts halten möchte… Ich könnte natürlich auch beides..  Hach, immer diese Entscheidungen !

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Ich glaube beinahe, das mit den Elchen sollte ich nochmals versuchen… 😊