
Weihnachten und Neujahr sind vorbei, und schon geht die Sonne etwas früher auf und später unter. Nur die kalte Bise, die bläst immer noch, und heute schneit es wieder. Schön. Und kalt !
Ehe es aber dennoch Frühling wird, gibt es hier ein paar Winterbilder zur Erinnerung daran, wie ein Winter, wenn er denn schon stattfinden muss, auszusehen hat. Er war so schön ! Und auch die Weihnachtszeit war wohl für die meisten nicht so hektisch wie sonst, sondern ungewohnt ruhig und beschaulich, weil grosse Feste und Geselligkeit rar blieben.





Bilderbuch-Winter. Auch im Dezember lag schon eine schöne, weisse Decke, aber im Januar schneite es tagelang wie seit Jahren nicht mehr. Die sonst dunklen ‘Rotkäppchen-und-der-Wolf-Wälder’ verwandelten sich über Nacht in lichte, traumverlorene Märchenlandschaften. An solchen Tagen wird die Welt ganz leise und die weichgezeichnete Landschaft einfach grandios.







Es gab zwar auch für mich keine grossen Feste in letzter Zeit, aber die kleinen waren herzerwärmend, und ich habe jedes einzelne dankbar genossen.


Dank gebührt auch meiner Schwester Elisabeth und ihrem Mann Sepp in Kirchberg, wo wir bei einem Festessen die Pensionierung unseres Bruders Andi vom 13. Dezember feierten – und wo ich vor lauter Fest das Fotografieren unterliess. Es war toll bei euch, danke !

Damit alle etwas davon haben, gibt es hier auch gleich Lisas Rezept:
In der Bratpfanne ein Päckchen Baumnusskerne mit drei Esslöffeln Ahornsirup unter Rühren langsam caramelisieren – und danach auf Backpapier abkühlen lassen.
Einen Camembert (z.B. ‘Le Président’) in eine Gratinform legen, kreuzweise einschneiden (schön kommt auch das nicht allzu tiefe, rautenförmige Einritzen wie auf einer Kirschtorte) und einen Esslöffel Honig darüber giessen.
Ein Zweiglein Rosmarin auf den Käse legen und das Ganze im Ofen bei 180°C 20 Minuten backen. Fertig ! Kleines Nachtessen für zwei oder ein Apéro für 5-6. Jeder nimmt sich einen Löffel Käse auf einen Teller und streicht ihn auf die dazu servierten Brotsorten. Dazu gibt’s Trauben, Datteln, Nüsse, Birnen, Pfeffer – und ein Glas guten Rotwein.. Herrlich !



Genossen habe ich auch die interessante Van Gogh–Ausstellung in Zürich, zu welcher ich von Anny eingeladen war. Die animierte ‘Show’ dauerte zwar lediglich eine halbe Stunde, war aber sehr informativ und unterhaltsam – und sie wurde durch ein feines Essen im ‘Zunfthaus Linde Oberstrass’ aufs Schönste abgerundet. Auch dir ein grosses Danke, Anny !

Dani ist unterwegs auf dem Weg zum richtig guten Koch: hier hatten wir die Teller bereits sauber geputzt, aber ich habe bei ihm schon butterzartes Stroganoff, rassige Crevetten in Knoblauch-Olivenöl und raffinierte Apéros genossen. Weiter so; ich komme jederzeit gerne zur Degustation deiner neuen Kreationen ! Auch Horst (rechts) war begeistert.

Ich bin meinen beiden Gastgebern Andy und Urs wirklich wahnsinnig dankbar, dass ich immer noch hier wohnen darf. Gleichzeitig hoffe ich natürlich für sie, dass ich in den nächsten Wochen (Monaten…) wieder reisen darf… Wobei es nicht so gut aussieht damit, denn momentan werden die Massnahmen eher ver- als entschärft. Wie gut, dass ich vor drei Jahren losgefahren bin und nicht erst letzten Frühling..

Seltsam, wie sich unser Blick auf die Welt verändert hat; stellt ihr das auch fest an euch ?
Ich bin zum Beispiel dankbarer geworden – auch für die kleinen Dinge, die ich einst für selbstverständlich hielt; etwa für eine Einladung zum Nachmittags-Kaffee oder für ein Essen bei Freunden oder Nachbarn. Und erst recht für die grossen Dinge – wie eben meine Aufnahme hier und die täglichen Gespräche, die mich ‘normal’ bleiben lassen (ja, ja, ich weiss, auch ’normal‘ ist relativ… ). Dankbar auch für meine Familie, die immer zu mir gehören wird, wie weit voneinander wir auch leben – und wie selten wir uns auch sehen.

Ich bin allerdings auch träge geworden.
Ich habe mich schon ziemlich ans Abgeschottet-Sein gewöhnt (wobei ich in meiner unterhaltsamen Dreier-WG glücklich dran bin und zum täglichen Plaudern, Diskutieren, Lachen und gemeinsamen Essen komme). Das Sich-Gewöhnen-Müssen hat eher damit zu tun, dass keine grösseren Feste mehr gefeiert werden und man nur noch hin und wieder vereinzelt andere Menschen trifft.
Und da man niemanden in die Lage bringen möchte, aus Angst ein vorgeschlagenes Treffen absagen zu müssen, fragt man erst gar nicht. Und glaubt mit der Zeit sogar, das sei bestimmt am besten so…

Vielleicht müssen wir uns etwas einfallen lassen, um nicht (allzu) seltsam zu werden, falls die Corona-Umstände andauern. Bloss was ?
Ich habe damit begonnen, mit ‘Babbel’ spanisch zu lernen, falls ich doch noch auf die Kanaren kommen sollte. Und ich habe versucht, auf ‘Duolingo’ mein bisschen griechisch beizubehalten. Letzteres ist ein gratis-App, und das merkt man; ‘Er macht Ouzo’ war noch der alltagstauglichste Satz der letzten Tage, auch wenn ich niemanden kenne, der Ouzo macht. Immerhin ein paar, die ihn trinken.
Ausserdem wollte ich mir das ‘Jerusalema’-Tänzchen beibringen, kriege es aber ums Verwurgen nicht hin.. Tzzzz…

Ich freue mich jederzeit über gescheite Tipps für einen gescheiten Lebenswandel in diesen ungescheiten Zeiten !
Bleibt alle gesund und freut euch des Lebens !

Sicher ist immerhin, dass der Mast rechts der Bildmitte auf dem Zürcher Haushügel Üetliberg steht..
