
Ronda ist eine Stadt auf einem Berggipfel der andalusischen Provinz Málaga. Sie liegt spektakulär beidseits des Flusses Guadalevin oberhalb der tiefen Schlucht El Tajo, die die Neustadt aus dem 15. Jahrhundert mit der Altstadt aus der Zeit der maurischen Herrschaft verbindet.
Die Puento Nuevo (Bild oben) wurde 1793 vollendet – und da die Puente Viejo aus dem Jahr 1616 stammt, ist klar, warum diese hier als NEU gilt. Alles ist relativ…
Wegen des Regens der letzten Tage ist der Fluss momentan kein Rinnsal wie im Foto oben (aus dem Internet, gewählt für seinen weiten Winkel), sondern ein breiter Wasserfall, der sich tosend in die Schlucht stürzt. Schön.

Ronda vom Campingplatz El Sur aus gesehen. Es sind 1.3 km von hier bis in die Stadt – ich komme doch tatsächlich noch in den Wandermodus im Alter (oder nein: Spazierwandern trifft es ehrlich gesagt schon viel eher…)

Was mir als Kleinlandbewohnerin immer wieder auffällt in Spanien: es gibt hier Land, so weit das Auge reicht. Viel Land liegt auch brach, einerseits, weil es zum Teil zu mager und trocken sein dürfte, andrerseits wahrscheinlich auch, weil sie es sich schlicht leisten können…

Das hier ist der Salon eines in die Jahre gekommenen Hotels in Ronda – es sieht von aussen etwas schäbig aus, aber hier zeigt es Stil und Klasse – und das Cheminée-Feuer ist echt

Ich habe zweimal Tapas genossen in Ronda, beide Bodegas wurden mir von der Verkäuferin eines kleinen Handwerkerladens empfohlen – und als Gegenleistung habe ich eine handgemachte Seife zu €2.50 erworben.
In der Bodega ‘San Francisco’ gabs eine Bouillon mit Schinkenwürfeln, einem hartgekochtem Ei und gerösteten Brotwürfeln drin, die aussah wie Abwaschwasser – und wunderbar schmeckte.
Hier kam eine Bettlerin vorbei, die auch gleich eine Flasche Limonade und eine Aluschale voller Hackfleischkügeli zum Mitnehmen geschenkt erhielt (und von mir ein Papiertaschentuch, als sie beim Warten vor sich hinschniefte in meinem Rücken)..
Im San Francisco hängt – wie in vielen Tapas-Restaurants – der Barhimmel voller Schinken

..und im TapeArt gabs eine wunderbar cremige, kalte Gemüsesuppe, dann ein Mini-Schweinsfiletsteak auf Pommes und einen Crevettenspiess, gefolgt von einem Miniburger.. Ich hatte einen Mordshunger nach der Besichtigungstour…

Und zum Schluss: Da ich unbedingt das Facebook-Bild ändern sollte (die Winterzweige passen schon seit meiner Abreise nicht mehr), habe ich mich gestern zum ersten Mal so richtig in Selfies versucht – ich verstehe überhaupt nicht, warum Leute das so fanatisch betreiben, das ist ja furchtbar !
Na jedenfalls: Auf dem schwarz-weiss Bild sah ich aus wie eine gesuchte Kriminelle, und das doofe Grinsen ist auch schwierig hinzukriegen so ganz ohne Grund. Aber ungefähr so sehe ich inzwischen aus (etwas bunt, weil es gerade regnete, und halt auch nicht jünger als früher…) – und wenn mein Haar dann ganz grau ist (das dürfte in zwei, drei Monaten der Fall sein, dann komme ich wieder J – nur, damit ihr mir nicht fremdet, wenn ich dann auftauche !

