Die Stürme bleiben hier. Wir auch.

Am 3.Februar 2026 lud der Platzchef uns Bewohner der ersten Reihe unten am Meer höflich ein, uns einen neuen Platz zu suchen.
Es bestünde die Gefahr, dass unsere ganze Ebene abrutscht und uns mitnimmt. Ein gutes Argument für einen zügigen Aufbruch..

Die Weisung leuchtet ein, wenn man die ausgewaschene Stelle am Ende unserer ‘Strasse’ sieht..

..oder eine von mehreren Abbruchstellen am Hang vor unseren Stellplätzen.

Da ich trotzdem hoffe, in ein paar Tagen wieder hier unten zu wohnen, lehnt mein Fahrrad einsam in der Ecke dort. Es ist sowieso kein Fahrradwetter, wie man sieht.  

Ich habe eine Stelle gewählt in der etwas höheren, kreisrunden Ebene. Falsch gewählt !  

Nicht nur hatte ich mich mit dem Heck in den Wind gestellt (für die Aussicht auf den offenen Platz, ich Amateur), ich stand auch viel zu nahe bei der Aussenkante, über welche der Wind ungebremst wirbelt.

Als der Sturm Tempo aufnahm in der Nacht, begannen meine Dachfenster bedrohlich zu klappern (auf der Autobahn mit 120 kmh vorwärts zu fahren ist ok, rückwärts sollte man dieses Tempo vermeiden), und ich bekam Angst, dass es mir eines der oberen Kunststoff-Fenster ausreissen würde.


Ich selber wurde zum Martini (geschüttelt, nicht gerührt !), und morgens um zwei habe ich mein Auto gewendet, und noch etwas später bin ich etwas weiter weg von der Kante gerutscht Richtung Platzmitte. Danach war es zwar immer noch nicht gut, aber immerhin besser.. (diese unlogische Steigerungsform hat mich schon immer etwas irritiert 😊).

Zeitig am nächsten Morgen parkierte ich mein Auto wieder in meinem mir schon bekannten Flucht-Wäldchen mit den Äste-um-sich-werfenden Eukalyptusbäumen, holte danach meine Kabelrolle und zog das schmutzige Kabel durch den Schlamm zu meinem neuen Platz. Und überraschenderweise hatten wir Strom !

Und schon zog himmlischer Frieden bei mir ein bei meinem ersten Kaffee an diesem Morgen – im ruhig stehenden Auto ! £
Es überrascht mich immer wieder, wie wenig es braucht für ein Erfolgserlebnis. Über mir toben zwar die Baumwipfel, aber das ist deren Problem – und ich hoffe, dass das deren Problem bleibt !   

Das El Chozo und der Aufenthaltsraum bleiben vorläufig geschlossen.

5.2.2026 Kein Wunder bei diesen Wellen, die alle paar Minuten an die Sturmbretter vor den Fenstern klatschen und weit den Hang hinauf drängen ! 2 Tage später braust der Sturm noch immer, und der elektrische Strom hat sich schon am Morgen wieder verabschiedet.

Von überall kommen Hiobsbotschaften: auf Häuser gefallene Bäume in Cádiz, Überschwemmungen in Málaga, zerstörte Strassen (und Autos) in Algeciras, Rondas süsser Wasserfall, der zum reissenden Strom geworden ist, Ausnahmezustand und Evakuierungen in mehreren Orten von Spanien, Portugal und Marokko.

6. Februar 2026. Als es überraschend sonnig wurde für drei Stunden, sah man all die Leute wieder, die während den letzten Tagen in ihren Autos versteckt geblieben waren,…

..und die Bewohner dieses Zeltlagers gehörten wieder zu den Privilegierten mit der phänomenalen Aussicht.. 😊

An diesem sonnigen 6. Februar spazierte ich mit Annamaria und ihrem Hund Chica in die Hurricane-Bar nebenan für etwas Abwechslung – und für ein Glas Wein..
Wir kamen dort an bei schönstem Sonnenschein, und 20 Minuten später sahen wir auf der gedeckten Terrasse dem prasselnden Hagel zu. Schon verrückt, das Wetter diesen Winter !

Aber es gibt Silberstreifen am Horizont ! Oder zumindest Silberzacken am Strand.

Das wird schon wieder ! (wahrscheinlich..) 😊

Habt einen guten Sonntag Abend !