Von Festungen, Lagerfeuern und Fahrradträgern

7.3.2025 Es war so schön hier, und nun wird es dennoch Zeit, aufzubrechen nach beinahe drei Monaten in Finikounda.
Vielleicht komme ich sogar nochmals. Oder ich versuche es doch einmal mit Marokko. Auch in Portugal und Spanien war ich schon lange nicht mehr. Hm… Aber alles zu seiner Zeit, auch Entscheidungen.

Die letzten Wochen in Finikounda waren geprägt von kleinen Wanderungen, feinen Essen am Aussichtspunkt von Lachanada oder in den Tavernen vom Dorf, von Wiedersehen mit Zurückkehrern und Kennenlernen von neuen Nachbarn auf dem Platz. Und immer mal wieder Lagerfeuer geniessen am Strand. Daheimsein halt.

Juhui ! Ich habe wieder einen intakten Fahrradträger !
Nachdem sich immer mal wieder einige um mein ‘Elend’ bemüht hatten und aufgeben mussten wegen fehlendem Werkzeug, hat Martin (links) beherzt Ersatzleuchten
bestellt online, und er und Klaus haben sie sauber montiert ! Als ich fragte, was ich zum Erfolg der Mission beitragen könne, meine Martin trocken: «Ruhe bewahren und uns aus dem Weg gehen !». Das habe ich beherzigt und sauber hingekriegt. 😊

Von Martin stammt auch der in vielen Situationen passende Spruch: «Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit». Den muss ich mir merken ! 😊

Leider bleibt mein Griechisch dünn (dünner als ich) trotz täglicher Mini-Lektion mit Duolingo.
von diesen Wetteralarmen auf dem Handy – begleitet von einem schrillen Piepen – habe ich im Laufe der Zeit schon einige erhalten (zum Glück ist jeweils eine englische Übersetzung unten angefügt 😊).

Ich kann Texte in griechisch inzwischen lesen (in Erstklässler-Manier und mit wahrscheinlich schauderhaftem Akzent), weiss danach aber nicht, WAS ich gelesen habe. Oder ich übe eine Frage ein, stelle sie und verstehe dann so gut wie nichts von der Antwort. Grrrr !
Ich warte ergo noch auf das grandiose Erfolgserlebnis – bisher blieb dieses aus, wenn es nicht gerade um die Bestellung von Wein ging oder um den anschliessenden Dank. He ja: immerhin, nicht ?

Gestern hat mich Klaus freundlicherweise mit seinem Roller zur DH bei der Zahnärztin Zoi Tsafara in Methoni gefahren, und anschliessend haben wir nicht nur am Hafen Kaffee getrunken, sondern uns auch noch Methonis grandioses ‘Kastro’ angesehen.

Das prägendste Bild des Städtchens Methoni sind nämlich die imposanten Überreste dieser venzianischen Festung aus dem 13. Jahrhundert – eben: das Kastro Methoni.
Methoni wurde 1827 griechisch. Zuvor in seiner bewegten Geschichte war es – wie viele Küstenorte mit natürlichem Hafen – Jahrhundertelang unter der wechselnden Herrschaft von Spartanern, Byzantinern, Venezianern und Osmanen. Jede dieser Kulturen hat interessante Architektur hinterlassen – nebst vielen anderen Zeugen ihres Könnens.  

Der Burtzi genannte Wachturm mit seiner markanten Kuppel am Ende der Anlage ist eine eigene kleine Festung. Sie diente unter anderem als letzte Zufluchtsstätte, wenn die Stadt innerhalb der Mauern erobert wurde. Bei ihrer wechselvollen Nutzung soll sie auch Gefängnis gewesen sein, im 16. Jahrhundert, unter anderem für den Schriftsteller Miguel de Cervantes (Don Quixote).

Ein letztes Mal hier und dort..: Abschiedsbilder

Nun gilt es Abschied zu nehmen.
Das Strandgut aus Bambus und Holz reicht nach einigen Stürmen noch für viele Feuer, aber für mich war gestern das letzte Mal, dass ich hier am Strand mit einer ganzen Schar Campern auf Liegestühlen um das Feuer sass, wo wir Wein tranken und witzelten, bis das Feuer zu klein und die Nacht zu kalt wurde.

Wenn ich mir das recht überlege: Ich komme auch gerne wieder hierher, falls mir nichts anderes einfällt !  Euch allen wünsche ich ein sonniges Frühlings-Wochenende ! 😊